© K&K Medien, Gera 2020
Exoten in Gera

Trachycarpus fortunei

(Hanfpalme)

Die Trachycarpus fortunei (Hanfpalme) ist eine mittelhohe, robuste und pflegeleichte Fächerpalme. Sie bevorzugt einen sonnigen und windgeschützten Standort mit humosen und lehmhaltigen Böden. Für die erste Freilandpflanzung ist sie die beste Wahl, da sie mit unserem Klima super zurechtkommt. In manchen mediterranen Regionen konnte ich kaum vitale Individuen beobachten, hier ist es ihr einfach zu heiß und zu trocken.  Mit den entsprechenden Winterschutz werden meine 4 Freilandexemplare seit 2002 trotz einigen Rückschlägen mit Hingabe gepflegt. Längeren Winterurlaub kann ich mir einfach nicht zumuten, denn bei extrem kalten Winterwetter, muss ich für meine „Ossipalmen“ immer zugegen sein. Die Mittelfristprognosen des Wetterdienstes werden stetig beobachtetet, bei nasskaltem Winterwetter wird Vlies  über die hochgebundenen Wedel gezogen, welches vor Nässe und kalten Winden schützt. Kündigen sich längere Frostperioden und Temperaturen von unter -10°C an, isoliert Luftpolsterfolie zusätzlich. Mit Petroleumlampen als Wärmequelle werden Tiefstwerte von unter -12°C  vermieden, denn wenn es weiter runter geht, beginnen je nach Luftfeuchtigkeit, die ersten Blattschäden. Im extrem kalten Januar 2009 waren bei -17°C einige Palmen komplett entlaubt, aber bei guter Pflege wurden in einer Vegetationsperiode alle 10 Wedel neu ersetzt. Bei einer „Trachy“  konnte ich den Mitteltrieb raus ziehen, es drohte Herzfäule. Dann Chinosolpulver ins Herz streuen, trocken halten und hoffen! Wintergeschädigte Palmen erholen sich von den Strapazen relativ wieder schnell, sofern im Sommer eine angemessene Wasser und Nährstoffversorgung gewährleistet ist. Dann im nächsten Winter bitte nicht wieder stressen, denn dann sind Sie um vieles frostempfindlicher. Ebenfalls nicht stressen sollte man frisch gepflanzte Pflanzen, denn Sie brauchen in der Regel bis 3 Jahre um sich zu akklimatisieren, erst dann zeigen sie ihre wahre Winterhärte, welche zwischen einzelner Individuen unterschiedlich ausfallen kann. So zeigt zum Beispiel meine „Trachy“ mit dem kürzeren Blattstielen und festerer-steifer Blattstruktur die beste Frosthärte. In der Regel freue ich mich über einen jährlichen Stammzuwachs von ca. 25 cm und über 10 Wedel. Voraussetzung für gutes und schnelleres Wachstum ist im Sommer eine optimale Wasser und Nähstoffversorgung. Gedüngt wird nach gründlichen Wässern Stickstoff und Kalium betont, zusätzlich wird  vergorene Brennesseljauche zugegeben. Bei meinen Bekannten, beschränkt sich  die Pflege nur auf das Notwendigste, hier zeigen sich viel kleinere, aber trotzdem gesunde Pflanzen. Mein Hanfpalmen stehen auch in der kalten Jahreszeit, so lange wie es irgendwie geht frei. Die „Füße“ werden mit Laub gemulcht, und der Winterschutz liegt griffbereit. Ich finde es wichtig dies zu erwähnen, denn es macht kein Spaß bei starken Schneefall oder bei strengen Frösten beim „Einpacken“ zu improvisieren. Bei kurzen leichten Wintereinbrüchen mit Schneefällen werden die Wedel von der weißen Pracht befreit, denn es sind bei mir schon mal einige Blattstiele unmittelbar am Stamm abgeknickt. Vor Jahren gab es mal Eisregen, im Frühjahr zeigten sich dann leichte Risse an den Blattsegmenten. Überhaupt präsentieren sich manche Winterschäden erst im Monat Mai, vor allen die nicht entfalteten Blätter im Vegetationspunkt scheinen mir in Verbindung mit Nässe frostempfindlich. Manchmal musste ich mehr oder wenige Winterränder feststellen, erfrorenes Gewebe verfärbt sich und es gibt einen eigenartigen Geruch frei. Im Frühjahr werden die „Strohwedel“ abgeschnitten.  Erfrierungen darf man aber nicht mit dem „Verglasen“ verwechseln. Diesen Schutzmechanismus tritt ab mittleren Frösten auf, und ist in Wirkung abhängig von der Luftfeuchtigkeit. Die Blattsegmente präsentieren dunkle, längliche Flecken, werden die Fröste streng, so falten sich diese auch noch zusammen. Steigen die Temperaturen wieder über 0°C. zeigt sich im Normalfall wieder das normale Grün. Bei andauernden mäßig kalten und nassen Winterwetter binde ich mit meiner besseren Hälfte die Wedel zusammen und fixiere sie nach oben, um so mehr Blätter umso schwerer ist das Unterfangen. Anschließend wird der selbstgefertigte dicke Vliessack drüber gezogen. Vlies ist atmungsaktiv und hält  gleichzeitig die Nässe fern. Bei zweistelligen Frostwerten und vorhergesagten Dauerfrost ist meine Luftpolsterschutzhaube eine optimale Ergänzungsmaßnahme. Eine Petroleumlampe mit Schutzgehäuse dient als Wärmequelle, die dann oben einfach reingehängt wird. Ab -15°C wird zusätzlich der Stamm mit Dämmmaterial umwickelt. Bei einer Palmenhöhe von unter 2,50 Meter wird ein kleiner Terrassenofen mit aufgesetztem Heizungsrohr am Stammboden installiert und gut gesichert. Wenn es die Temperaturen erlauben, wird zwecks Lüftung die Luftpolsterfolie entfernt. 14 Tage Dauerfrost unter der Schutzbebauung haben meine Hanfpalmen schon  gemeistert, ausschlaggebend sind eigentlich immer die Minimaltemperaturen. Oft sind es nur wenige sehr kalte Stunden, die über Erfolg oder Frustration entscheiden. Im Spätwinter 2018 präsentierten viele Pflanzen, nach jahrelanger erfolgreicher  Kultivierung, bei nur -12°C  mit außergewöhnlich viel Blattverschleiß. Die zu hohen Temperaturen unterm Winterschutz dämpfen die Frosthärte, deswegen ist bei höheren Sonnenstand eine gute Schattierung und Lüftung dringend notwendig. Hier kann ein Weniger beim Winterschutz mehr Wert sein. Ab etwa 1 Meter Stammhöhe präsentieren die „ Trachys“ dekorative Blütenstände. Mitte Mai stehen meine 2 männlichen Exemplare in voller, kräftig-gelber Blütenpracht. Bei den „Frauen“ sind diese kleiner und etwas grünlicher, selbst in Gera reifen die kleinen nierenförmigen Samen im Spätherbst aus. Stolz bin ich auf meine eigenen Nachzuchten, teilweise haben sich diese aber auch selber im Garten ausgewildert.
Uwe Karczmarczyk & Jana Kressner • Walter-Gerber-Str. 61 • 07551 Gera Tel: 03 65 / 48 69 256 • Mobil: 01 70 / 77 03 673 •E-Mail: info@exoten-gera.de
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Trachycarpus fortunei

(Hanfpalme)

Die Trachycarpus fortunei (Hanfpalme) ist eine mittelhohe, robuste und pflegeleichte Fächerpalme. Sie bevorzugt einen sonnigen und windgeschützten Standort mit humosen und lehmhaltigen Böden. Für die erste Freilandpflanzung ist sie die beste Wahl, da sie mit unserem Klima super zurechtkommt. In manchen mediterranen Regionen konnte ich kaum vitale Individuen beobachten, hier ist es ihr einfach zu heiß und zu trocken.  Mit den entsprechenden Winterschutz werden meine 4 Freilandexemplare seit 2002 trotz einigen Rückschlägen mit Hingabe gepflegt. Längeren Winterurlaub kann ich mir einfach nicht zumuten, denn bei extrem kalten Winterwetter, muss ich für meine „Ossipalmen“ immer zugegen sein. Die Mittelfristprognosen des Wetterdienstes werden stetig beobachtetet, bei nasskaltem Winterwetter wird Vlies  über die hochgebundenen Wedel gezogen, welches vor Nässe und kalten Winden schützt. Kündigen sich längere Frostperioden und Temperaturen von unter -10°C an, isoliert Luftpolsterfolie zusätzlich. Mit Petroleumlampen als Wärmequelle werden Tiefstwerte von unter -12°C  vermieden, denn wenn es weiter runter geht, beginnen je nach Luftfeuchtigkeit, die ersten Blattschäden. Im extrem kalten Januar 2009 waren bei -17°C einige Palmen komplett entlaubt, aber bei guter Pflege wurden in einer Vegetationsperiode alle 10 Wedel neu ersetzt. Bei einer „Trachy“  konnte ich den Mitteltrieb raus ziehen, es drohte Herzfäule. Dann Chinosolpulver ins Herz streuen, trocken halten und hoffen! Wintergeschädigte Palmen erholen sich von den Strapazen relativ wieder schnell, sofern im Sommer eine angemessene Wasser und Nährstoffversorgung gewährleistet ist. Dann im nächsten Winter bitte nicht wieder stressen, denn dann sind Sie um vieles frostempfindlicher. Ebenfalls nicht stressen sollte man frisch gepflanzte Pflanzen, denn Sie brauchen in der Regel bis 3 Jahre um sich zu akklimatisieren, erst dann zeigen sie ihre wahre Winterhärte, welche zwischen einzelner Individuen unterschiedlich ausfallen kann. So zeigt zum Beispiel meine „Trachy“ mit dem kürzeren Blattstielen und festerer-steifer Blattstruktur die beste Frosthärte. In der Regel freue ich mich über einen jährlichen Stammzuwachs von ca. 25 cm und über 10 Wedel. Voraussetzung für gutes und schnelleres Wachstum ist im Sommer eine optimale Wasser und Nähstoffversorgung. Gedüngt wird nach gründlichen Wässern Stickstoff und Kalium betont, zusätzlich wird  vergorene Brennesseljauche zugegeben. Bei meinen Bekannten, beschränkt sich  die Pflege nur auf das Notwendigste, hier zeigen sich viel kleinere, aber trotzdem gesunde Pflanzen. Mein Hanfpalmen stehen auch in der kalten Jahreszeit, so lange wie es irgendwie geht frei. Die „Füße“ werden mit Laub gemulcht, und der Winterschutz liegt griffbereit. Ich finde es wichtig dies zu erwähnen, denn es macht kein Spaß bei starken Schneefall oder bei strengen Frösten beim „Einpacken“ zu improvisieren. Bei kurzen leichten Wintereinbrüchen mit Schneefällen werden die Wedel von der weißen Pracht befreit, denn es sind bei mir schon mal einige Blattstiele unmittelbar am Stamm abgeknickt. Vor Jahren gab es mal Eisregen, im Frühjahr zeigten sich dann leichte Risse an den Blattsegmenten. Überhaupt präsentieren sich manche Winterschäden erst im Monat Mai, vor allen die nicht entfalteten Blätter im Vegetationspunkt scheinen mir in Verbindung mit Nässe frostempfindlich. Manchmal musste ich mehr oder wenige Winterränder feststellen, erfrorenes Gewebe verfärbt sich und es gibt einen eigenartigen Geruch frei. Im Frühjahr werden die „Strohwedel“ abgeschnitten.  Erfrierungen darf man aber nicht mit dem „Verglasen“ verwechseln. Diesen Schutzmechanismus tritt ab mittleren Frösten auf, und ist in Wirkung abhängig von der Luftfeuchtigkeit. Die Blattsegmente präsentieren dunkle, längliche Flecken, werden die Fröste streng, so falten sich diese auch noch zusammen. Steigen die Temperaturen wieder über 0°C. zeigt sich im Normalfall wieder das normale Grün. Bei andauernden mäßig kalten und nassen Winterwetter binde ich mit meiner besseren Hälfte die Wedel zusammen und fixiere sie nach oben, um so mehr Blätter umso schwerer ist das Unterfangen. Anschließend wird der selbstgefertigte dicke Vliessack drüber gezogen. Vlies ist atmungsaktiv und hält  gleichzeitig die Nässe fern. Bei zweistelligen Frostwerten und vorhergesagten Dauerfrost ist meine Luftpolsterschutzhaube eine optimale Ergänzungsmaßnahme. Eine Petroleumlampe mit Schutzgehäuse dient als Wärmequelle, die dann oben einfach reingehängt wird. Ab -15°C wird zusätzlich der Stamm mit Dämmmaterial umwickelt. Bei einer Palmenhöhe von unter 2,50 Meter wird ein kleiner Terrassenofen mit aufgesetztem Heizungsrohr am Stammboden installiert und gut gesichert. Wenn es die Temperaturen erlauben, wird zwecks Lüftung die Luftpolsterfolie entfernt. 14 Tage Dauerfrost unter der Schutzbebauung haben meine Hanfpalmen schon  gemeistert, ausschlaggebend sind eigentlich immer die Minimaltemperaturen. Oft sind es nur wenige sehr kalte Stunden, die über Erfolg oder Frustration entscheiden. Im Spätwinter 2018 präsentierten viele Pflanzen, nach jahrelanger erfolgreicher  Kultivierung, bei nur -12°C  mit außergewöhnlich viel Blattverschleiß. Die zu hohen Temperaturen unterm Winterschutz dämpfen die Frosthärte, deswegen ist bei höheren Sonnenstand eine gute Schattierung und Lüftung dringend notwendig. Hier kann ein Weniger beim Winterschutz mehr Wert sein. Ab etwa 1 Meter Stammhöhe präsentieren die „ Trachys“ dekorative Blütenstände. Mitte Mai stehen meine 2 männlichen Exemplare in voller, kräftig- gelber Blütenpracht. Bei den „Frauen“ sind diese kleiner und etwas grünlicher, selbst in Gera reifen die kleinen nierenförmigen Samen im Spätherbst aus. Stolz bin ich auf meine eigenen Nachzuchten, teilweise haben sich diese aber auch selber im Garten ausgewildert.